Montag, 20. Februar 2012

Franco Foda: "Die Saison ist wieder einmal verrückt"

Das Titelrennen in der tipp3- Bundesliga bleibt auch nach der 21. Runde völlig offen. Nach einem torlosen Remis im 300. Wiener Derby trennten sich am Sonntag auch Salzburg und Meister Sturm Graz 0:0. Die fünf Spitzenteams sind weiter nur durch drei Punkte getrennt, nach Verlustpunkten liegt der Vierte, Red Bull Salzburg, mit Tabellenführer Rapid gleichauf. "Die Saison ist wieder einmal verrückt. Es kann alles passieren", meinte deshalb Sturm- Trainer Franco Foda.
 
Sogar, dass die Grazer am Ende ohne Sieg in der Fremde an der Spitze stehen. In elf Auswärtsspielen hat Sturm erst fünf Punkte geholt. "Vom ersten bis zum sechsten Platz ist alles drinnen", sagte der Deutsche. "Eigentlich habe ich gedacht, dass eine Mannschaft klarer vorne steht."
  
In Salzburg fehlt ein Leitbulle
Salzburg kommt jedoch wieder einmal nicht wirklich auf Touren. Nach der 0:4-Pleite im Europa League Hinspiel gegen Metalist Charkiw sind die Salzburger zwar zumindest in der Liga zu Hause weiter ungeschlagen. "Leider ist die Klasse nicht da, dass sich eine Mannschaft absetzt", gestand Bullen- Trainer Ricardo Moniz. Dem Niederländer fehlt es in seiner Mannschaft derzeit vor allem an Führungspersönlichkeiten. Kapitän Christoph Leitgeb ist am Knie verletzt, Mittelfeld Kollege David Mendes am Oberschenkel. "Wir haben nicht die Leute, die antreiben", meinte Moniz. "Wir haben zu wenig Stabilität durch die Persönlichkeiten."
   
Sonderlob für Jung-Kapitän Hinteregger
Die Routiniers Petri Pasanen oder Rasmus Lindgren etwa seien zu introvertiert. "Das kann man aber auch positiv sehen", erinnerte Moniz. Die Youngsters Martin Hinteregger oder Georg Teigl hätten gegen Sturm Verantwortung übernommen. Der erst 19-jährige Hinteregger trug in Abwesenheit von Leitgeb sogar erstmals die Kapitänsbinde und erhielt danach Sonderlob von seinem Trainer: "Er war der beste Mann und zu Recht Kapitän."
   
Dabei war Hinteregger ob einer Erkrankung von Andreas Ulmer von seiner bevorzugten Position in der Innenverteidigung auf die linke Außenbahn gerückt. Der U21-Teamspieler könne sich laut Moniz zu der gesuchten Persönlichkeit entwickeln. "Alter ist in diesem Zusammenhang überhaupt nicht wichtig", betonte der Salzburg-Coach. "Ich finde es wichtig, wie er antreibt. Er ist für den Spielaufbau enorm wichtig."
    
Kurzes Debüt für Cristiano
Neben Hinteregger bot vor der Pause auch Teigl eine starke Leistung. Der 21-Jährige, sonst zumeist am Flügel im Einsatz, ersetzte Leonardo im zentralen offensiven Mittelfeld. Selbst Neuerwerbung Cristiano, in der Europa League nicht spielberechtigt, musste nach links ausweichen. "Er hat sich noch etwas schwergetan", sagte Moniz über das Debüt des Brasilianers, das bereits zur Pause beendet war. Neo-Stürmer Jonathan Soriano werde von seinen Mitspielern noch nicht richtig eingesetzt. "Er ist abhängig von den Leuten, die ihn in die Schnittstelle schicken", meinte Moniz.
 
Quelle: krone.at / Foto: APA/Markus Leodolter

Sonntag, 19. Februar 2012

Meister Sturm soll für die Europa-Blamage büßen


Nach dem desaströsen Heim-Debakel am Donnerstag gegen Metalist Charkow stehen die Salzburger heute in der Bundesliga gewaltig unter Druck: Es zählt nur ein Heimsieg!
 
Nach dem demütigenden 0:4 gegen Metalist Charkow in der Europa League möchte Salzburg Wiedergutmachung. Ausgerechnet Meister Sturm Graz soll heute in der Red Bull Arena für das Heim-Debakel büßen: "Wir müssen eine Reaktion zeigen", gab der Ex-Grazer Jakob Jantscher zu verstehen. Personelle Konsequenzen schloss Trainer Ricardo Moniz nicht aus: Schiemer, Leitgeb, Medes da Silva fehlen verletzt.
 
Quelle: Kronen Zeitung

Fitter Schriebl schoss die Austria auf Test-Siegkurs

Vier Salzburger Westligisten standen am Samstag im Testspiel-Einsatz, dabei gab's drei Siege zu feiern: Anif schlug Eugendorf 3:0, St. Johann kam gegen Mondsee wie die Austria in Ranshofen zu einem feinen 3:1. Nur Seekirchen musste sich in Burghausen den Wacker Amateuren 0:2 geschlagen geben.
 
"Ein feines Match", war Toni Schaupper mit der St. Johanner Darbietung am Straßwalchner Kunstgrün gegen Mondsee zufrieden. Neben Leitner und Sreco trug sich Krimbacher in die Schützenliste ein. "Langsam wird er wieder der Alte", freute sich der Coach.
 
Nichts zu bemängeln gab es auch für Michi Baur bei Anifs 3:0 über Eugendorf. Bammer, Friedl, Celebic bestraften konsequent Fehler des Gegners - der hatte bei einem Stangenschuss Mike Ranspachers Pech.
 
Tommy Hofer wurde bei Austrias 3:1 gegen Ranshofen nur mit Hälfte 2 warm. Da kam mit einer frischen Garnitur auch Spielmacher Schriebl. Nach überstandener Grippe wieder vollfit, schoss erdie Violetten mit zwei Treffer auf Siegkurs. Tor drei steuerte Roserbei.
 
Nur Seekirchen ging leer aus: 0:2 bei Burghausen Amateuren. Trainer Maxl Scharrer sah trotzdem eine Steigerung: "Dafür, dass wir erst eine Einheit auf Kunstrasen in den Beinen haben, war's okay."
 
Quelle: Kronen Zeitung

Samstag, 18. Februar 2012

Salzburg will gegen Sturm Wiedergutmachung für EL-Debakel

Für Fußball-Vizemeister Salzburg steht am Sonntag vor eigenem Publikum die Bewältigung der jüngsten Vergangenheit im Vordergrund. Nach der 0:4 Schlappe gegen Charkiw am Donnerstag hat sich der Druck auf die “Bullen” vor dem Spiel gegen Meister Sturm Graz (16.00 Uhr, live ORF eins) stark erhöht.
  
Dabei nimmt sich die Tabellensituation aus Sicht der Gastgeber durchaus gut aus. Bei einem Spiel weniger beträgt der Rückstand auf Leader Rapid drei Punkte, zumindest in der Liga könnte man also auf Titelkurs bleiben.

"Haben alles vermissen lassen, was wir uns vorgenommen haben"
“Gestern war ein Abend zum Vergessen, da ist von Beginn an alles schief gelaufen”, befand der ehemalige Sturm-Graz-Spieler Jakob Jantscher und gelobte Besserung: “Wir haben alles vermissen lassen, was wir uns vorgenommen haben. Zum Glück geht es am Sonntag gleich weiter, und da müssen wir eine Reaktion zeigen. Vor allem die Fans haben es verdient, dass wir gegen Sturm unser positives Gesicht zeigen. Wir müssen vorne dran bleiben.”

Trainer Ricardo Moniz versuchte sich wie gewohnt in Optimismus. “Man kann im Moment vieles schlecht reden, aber ich rede lieber alles gut, weil die Spieler Qualität haben”, meinte der Niederländer, der sich demonstrativ vor die Mannschaft stellte. “Die Spieler sind mental kaputt, aber als Trainer musst du sie positiv aufbauen.”
  
Knallharte Analyse des Spiels
Innerhalb der Mannschaft sei die Partie gegen Charkiw “schonungslos und knallhart analysiert” worden. “Wir haben unsere Lehren daraus gezogen”, betonte Moniz. Seine Erkenntnis: “Wir sind eine offensiv denkende Mannschaft, die im Moment Probleme in der Defensive hat.”

Dazu kommen auch Personalsorgen. Franz Schiemer (Mittelfußprellung) und Christoph Leitgeb (Ödem im Knie), schon gegen die Ukrainer verletzt, fallen weiterhin aus, der verletzungsanfällige David Mendes trug eine Oberschenkelblessur davon und fehlt ebenfalls. Dementsprechend wollte Moniz auch noch keine personellen Konsequenzen verkünden. “Da warte ich erst das Abschlusstraining ab.”
   
Moniz will von persönlichenm Rückzug nichts wissen
Von einem persönlichen Rückzug wollte Moniz jedenfalls nichts wissen. “Auch wenn es im Moment schwierig scheint, ich laufe nie davon, gerade in schlechten Zeiten”, sagte der ehemalige Kurzzeittrainer des HSV. “Ich hasse Leute, die davonlaufen.”

Sturm-Coach Franco Foda hat sich die müde Darbietung der Salzburger zwar angesehen, an seinen Plänen für Sonntag ändert das aber nichts. “Für mich ist das egal, es gibt keine großartigen neuen Erkenntnisse”, erklärte Foda. “Wir spielen unser Spiel, wollen punkten bzw. sogar gewinnen, weil wir vorne dran bleiben wollen.” Sturm liegt derzeit drei Punkte hinter Rapid, eine Niederlage bei den noch punktegleichen Salzburgern kann man sich eigentlich nicht leisten.

Gegenüber dem 1:0-Erfolg über Mattersburg am vergangenen Samstag will Foda nicht allzu viel ändern. “Ich überlege zwei, drei Umstellungen”, gab der Deutsche zu Protokoll. Im Tor wird jedenfalls neuerlich Silvije Cavlina stehen, auch wenn Christian Gratzei in dieser Woche bereits ein Testspiel absolviert hat. “Er ist noch nicht bei hundert Prozent und muss noch ein bisschen Geduld haben”, sagte Foda.

Fraglich ist auch noch das Trio Christoph Kröpfl, Andreas Hölzl und Neuerwerbung Rubin Okotie. Alle seien laut Foda aber zumindest reif für die Bank. “Zumindest für das Spiel gegen Rapid in der kommenden Woche sind sie dann ganz sicher ein Thema. Bis dahin sollten sie soweit sein”, sagte Foda.
 
Sturm spricht auch eigene Auswärtsschwäche an
Sturm spielt aber nicht nur gegen Salzburg, sondern auch die eigene Auswärtsschwäche an. In der Fremde ist man in dieser Saison noch sieglos (0-4-6), zudem ist Salzburg in den jüngsten 18 Heimspielen gegen die “Backies” ungeschlagen (16-2-0). Der bisher letzte Auswärtserfolg der Grazer in der Mozartstadt datiert vom 17. Juli 2002: Damals erzielte ein noch junger Imre Szabics beim 2:1-Sieg in der Nachspielzeit das entscheidende Tor. Der Ungar, der sein Team in der Vorwoche zum 1:0 gegen Mattersburg schoss, wird wohl auch am Sonntag in der Startelf aufscheinen.
 
Quelle: salzburg24.at / Foto: Red Bull/gepa

Freitag, 17. Februar 2012

Europacup-Abenteuer endete mit Schrecken


Red Bull Salzburg wurden gestern in der Fußball Europa League von Metalist Charkiw förmlich zertrümmert. Die Ukrainer feierten in Kleßheim einen 4:0 (3:0)-Erfolg – Österreichs Vizemeister zeigte sich zumindest in dieser Partie nicht europareif.
  
Das galt vor allem für die Hintermannschaft, die es den Gästen mehr als leicht machte. Schon nach 20 Sekunden hieß es 0:1, Taison verwertete einen katastrophalen „Rückpass-Versuch“ seines brasilianischen Landsmanns Douglas da Silva. 25 Minuten später war das Europacup-Debüt des Bullen-Innenverteidigers bereits zu Ende, Stefan Maierhofer kam für ihn ins Spiel.
    
Hatten die Salzburger bis dahin ob des frühen Rückstandes geschockt gewirkt und zahlreiche Ballverluste im Spielaufbau begangen, so verloren sie danach in der Defensive endgültig die Ordnung. Vor der Abwehr mussten die gelernten Offensivkräfte Simon Cziommer und Leonardo agieren. In der Viererkette war auch Hierländer überfordert. Jonathan Cristaldo, der Argentinier im Charkiw-Dress, sagte zweimal danke, nachdem Fininho bzw. Taison links durchmarschiert waren (37., 41.).
   
Nach dem Seitenwechsel schalteten die Osteuropäer, bei denen nur ein gebürtiger Ukrainer, dafür aber neun Südamerikaner in der Startformation standen, einen Gang zurück. Salzburg kam durch Schüsse von Jantscher und Cziommer zumindest zu Halbchancen. Auf der Gegenseite parierte Walke einen Kopfball von Papa Gueye (62.) glänzend. Bei einem Konter, den Devic abschloss, war in der Nachspielzeit aber auch der Keeper machtlos.
    
Trotz aller Unzulänglichkeiten im Salzburger Spiel darf freilich nicht vergessen werden, dass man nach einer Attacke von Edmar an Leonardo auch Pech hatte. In der fünften Minute hätte es Elfer und Rot für den Charkiw-Verteidiger geben müssen, doch die Pfeife des kroatischen Schiris, der sich insgesamt eher dem Niveau der Bullen anpasste, blieb stumm.
   
Lediglich 8.100 Zuschauer verabschiedeten Salzburg mit einem gellenden Pfeifkonzert, während etwa Doppeltorschütze Cristaldo bei seiner Auswechslung mit Applaus bedacht wurde. Das Rückspiel im Sechzehntelfinale nächsten Donnerstag hat wohl nur noch statistischen Wert, das weiß auch Trainer Ricardo Moniz, auch wenn er es nach dem Schlusspfiff noch etwas anders formuliert hat: „Realistisch ist nicht mehr viel zu holen, aber wir müssen trotzdem alles versuchen...“
  
Quelle: SVZ / Foto: Red Bull/gepa