Österreichs Fußball-Teamchef heißt ab 1. November Marcel Koller. Der Schweizer wurde gestern in Oberwart präsentiert und gab dabei als Ziel aus, die ÖFB-Elf weiterzuentwickeln und die Qualifikation für die WM Endrunde 2014 zu schaffen.
„Ich bin überzeugt, den österreichischen Fußball voranbringen zu können“, erklärte der 50-Jährige, dessen Vertrag vorläufig bis zum Ende der im Herbst 2012 startenden WM-Qualifikation läuft. Zu den letzten EM Quali Spielen am Freitag in Aserbaidschan und am darauffolgenden Dienstag in Kasachstan wird er nicht mitfliegen. Sein Debüt feiert er am 15. November in Lwiw im Testspiel gegen die Ukraine. Für die anstehende WM Quali hat sich der designierte Nationaltrainer einiges vorgenommen. „Ich gehe nicht in die Quali und sage, wir spielen ein bisschen mit und bringen zwei, drei junge Spieler in die Mannschaft. Wir haben eine schwere Gruppe und sind vom FIFA-Ranking her nur an der vierten Stelle, doch im Fußball können auch Kleine die Großen schlagen...“
Seit seiner Entlassung beim VfL Bochum vor zwei Jahren war Koller nicht mehr als Trainer im Einsatz und nützte diese Zeit nach eigenen Angaben zur Fortbildung. „Ich habe unzählige Spiele in Europa gesehen und Workshops besucht“, erzählte der sechste nicht-österreichische ÖFB-Teamchef. Durch seine Beobachtungen sind ihm vor allem die ÖFB-Legionäre in der deutschen Bundesliga ein Begriff. „Aber das Gros der Mannschaft muss ich noch kennenlernen“, gestand der frühere Meistermacher der Grasshoppers Zürich.
Den ersten Kontakt zum ÖFB gab es laut Koller vor zwei Wochen. „Ich habe dann DVDs bestellt und Spiele gesehen. Dabei ist mir aufgefallen, dass die österreichische Mannschaft einen guten Fußball spielt. Es hat an Kleinigkeiten gefehlt – die entscheidenden Tore wurden nicht erzielt, und hinten sind individuelle Fehler passiert.“
Zu seiner persönlichen Spielphilosophie meinte Koller: „Es wird wichtig sein, dass wir mit hoher Konzentration und als ganze Mannschaft verteidigen. Wir wollen den Gegner so schnell wie möglich attackieren, damit wir oft in Ballbesitz sind.“ Wer künftig seinem Betreuerstab angehört, ließ der 55-fache Schweizer Internationale offen. „Da werden in den nächsten Wochen Gespräche geführt.“ Spätestens bis Anfang November sollte aber das Trainerteam stehen, denn dann gibt Koller seinen ersten ÖFB-Kader bekannt.
Quelle: SVZ / Foto: apa/Jäger
