Konter - Salzburgs Trainer Ricardo Moniz steht unter Druck. Vor dem Europa-League-Spiel in Bilbao rechnet er mit seinen Kritikern ab.
Zwei Niederlagen und ein mageres Remis in den jüngsten drei Ligaspielen: Fußballvizemeister Red Bull Salzburg kam in der Meisterschaft außer Tritt – und das ausgerechnet vor dem schwierigen Spiel am Donnerstag (21.05 Uhr) in der Europa League gegen Athletic Bilbao. Die Unzufriedenheit ist groß, nach dem Innsbruck-Match gab es ein Pfeifkonzert im Stadion.
Erstmals wurde auch Kritik an Trainer Ricardo Moniz laut. Etwa weil er in 30 Spielen erst ein Mal dieselbe Mannschaft aufstellte. Red-Bull-Sportchef Heinz Hochhauser gab nach dem 1:1 gegen Innsbruck zu Protokoll: „So viel zu wechseln trägt nicht zur Stabilität bei.“ Einen „Stamm der Mannschaft“ könne er noch nicht erkennen.
Moniz nimmt nach eigener Darstellung die Kritik „ruhig“ zur Kenntnis. Denn: „Was ist denn schon passiert? In der Liga sind wir nur drei Punkte zurück, wir spielen im ÖFB-Cup und wenn wir in Bilbao punkten, sind wir auch in der Europa League noch voll dabei.“
Und die ständigen Wechsel? Auch wenn sie nicht durch Verletzungen und Sperren erzwungen sind? „Wir spielen oft drei Mal innerhalb einer Woche. Das können wir so ohne Weiteres nicht verkraften. Da muss man wechseln. Das sage ich auch Heinz Hochhauser, dessen Meinung ich sehr schätze, auch wenn sie meiner Meinung widerspricht. Aber letztlich bin ich der Trainer und ich entscheide“, sagte Moniz.
Heute, Mittwoch, fliegt Red Bull Salzburg ins Baskenland. Auch diese Reise werden junge Spieler mitmachen, die im Profiteam nicht zu den Stammkräften zählen. Wen er nach Bilbao mitnimmt, konnte Moniz am Dienstag nicht sagen, „aber vielleicht spielt ja einer am Donnerstag“.
Den Personalrochaden zum Trotz beharrte der 47-jährige Moniz auf seinen sportlichen Zielen: „Wir wollen die Meisterschaft gewinnen, den ÖFB-Cup und die Europa League.“
Größenwahn? Kühnheit?
Moniz sieht das natürlich nicht so. Ihm geht es in erster Linie um den Willen zum Erfolg. Und er sei derjenige im Verein, „der diese Philosophie vorleben muss“. Und: „Wir müssen ohne Angst in das Spiel gehen. Lieber ist es mir, heroisch zu verlieren als ängstlich.“
Das kann – so oder so – in Bilbao geschehen. Österreichische Vereine hatten im Europacup gegenüber spanischen Teams meist das Nachsehen (siehe Kasten). Red Bull Salzburg konnte aber gegen Villarreal vor zwei Jahren beide Spiele in der Europa League für sich entscheiden.
Der Gegner morgen, Donnerstag, startete mit zwei Siegen in die EL-Gruppenphase. In der Meisterschaft lief es weniger gut. Am Montag konnte Bilbao aber den zweiten Sieg im siebten Spiel der Primera Division einfahren. Die Basken besiegten Osasuna mit 3:1 (3:0). Der „Basken-Messi“ genannte Jungstar Iker Muniain erzielte dabei einen Treffer.
Bilbao ist aber mehr als Muniain, nämlich laut Moniz ein „starkes Kollektiv. Jeder kann alles machen. Die Verteidiger machen Druck in der Offensive, die Angriffsspieler leisten dazu viel Defensivarbeit.“
Der Ausgang des Spiels am Donnerstag ist natürlich ungewiss. Das Match, wer die Favoritenrolle einnimmt, hat Bilbao schon gewonnen.
Quelle: Salzburger Nachrichten / Foto: S/N