Dienstantritt - Der neue Teamchef hat schon sein Büro bezogen und verzichtet auf eine Schonfrist für die WM-Qualifikation 2014.Marcel Koller geht es weiter forsch an. Am Dienstagvormittag um 10.30 Uhr bezog der neue österreichische Fußballteamchef sein Büro im Ernst Happel Stadion. Offizieller Dienstantritt wäre eigentlich erst in zwei Wochen, am 1. November. Zwei Wochen später gibt er in Lemberg gegen die Ukraine sein Debüt auf der Bank. Aber auch in den letzten Tagen war Koller bereits in seiner neuen Eigenschaft unterwegs, besuchte österreichische Legionäre in der deutschen Bundesliga und das U18-Länderspiel Schweiz gegen Österreich. Darüber hat Koller die Öffentlichkeit ebenso auf seiner Homepage (www.marcelkoller.ch) und seiner Facebook-Seite (Stand Dienstag: 5076 Freunde) informiert wie über die Kür zum „viertschönsten Trainer“ in einer Tageszeitung.
Die ausführliche Fotodokumentation des ersten Arbeitstags überließ Koller der ÖFB Medienabteilung: Shakehands mit Sportchef Willi Ruttensteiner und mit Generalsekretär Alfred Ludwig, Blättern im ÖFB-Organ „Corner“.
Unterdessen hat sich nach Herbert Prohaska und Kurt Jara ein weiterer Angehöriger der „Generation 78“ zum Thema Nationalteam und Teamchef geäußert. Hans Krankl, der ebenfalls schon Willi Ruttensteiner als Sportdirektor an seiner Seite hatte, interpretierte auf Sky seinen Abgang als Teamchef im Jahr 2005 so, dass er „zu erfolgreich“ gewesen sei. Was insofern nicht falsch ist, als seine Bilanz (zehn Siege, zehn Remis, elf Niederlagen) noch die beste aller Teamchefs der jüngeren Vergangenheit ist. Wohlwollender zeigte sich Krankls Nachfolger Josef Hickersberger, inzwischen bei El Wahda in Abu Dhabi: Koller sei eine Lösung, die „durchaus vielversprechend“ sei.
Koller reagierte in Sky auf Kritik am ÖFB, weil die WM-Qualifikation für 2014 kein vorrangiges Ziel sei. Sehr wohl wolle er mit dem Team Ergebnisse erzielen, die die Chance auf Brasilien ermöglichten. Außerdem sei es „ein großes Ziel“, Quali-Gegner Deutschland zu schlagen.
Quelle: Salzburger Nachrichten / Foto: S/N