Der Elferpfiff, der Salzburg gegen Wolfsberg den Jubiläumstreffer ermöglichte, brachte Didi Kühbauer in Rage. Gegen die Bullen ist der Wolfsberg-Trainer besonders angriffslustig.
Fast regelmäßig wenn Didi Kühbauer mit seinen jeweiligen Mannschaften gegen Red Bull Salzburg spielt, gibt es nach Spielschluss emotionale Aus brüche des aktuellen Trainers von Wolfsberg. Als Admira-Coach hatte Kühbauer mit dem damaligen Bullen-Trainer Roger Schmidt schon seine Probleme gehabt. In dieser Saison gab es bereits einen verbalen Schlag abtausch mit Salzburgs Nationalspieler Martin Hinteregger. Und auch am vergangenen Sonntag fiel Kühbauer aus der Rolle.
Mit Schmidt hatte Kühbauer 2012 nach einem 4:4 in der Südstadt ein Sträußchen ausgefochten. Der Deutsche soll Kühbauer letztlich „Osterhase“ genannt haben, was ihn 800 Euro Geldstrafe kostete. Der ebenfalls nicht maulfaule Kühbauer hatte für seine nicht druckreifen Wortspenden 1500 Euro zu entrichten. Nach dem Hinspiel in der aktuellen Saison, das die Kärntner 1:0 gewannen, betonte Hinteregger nach einer hitzigen Endphase: „Er hat mich beschimpft.“ Kühbauer wiederum bestritt dies.
Auch nach dem 2:2 am Sonntag lagen vor allem bei Kühbauer die Nerven blank. Beim Abgang bekam Stefan Ilsanker die verbalen Wutausbrüche des Wolfsberg-Trainers zu hören. Der überaus umstrittene Elfmeter, der zum 1500. Treffer in der Geschichte von Red Bull Salzburg führte und in der 91. Minute den Ausgleich der Bullen bedeutete, ließ „Gifthäferl“ Kühbauer wieder einmal ordentlich kochen. Beim Wortgefecht gegen den immer besonnen auftretenden Ilsanker soll es überaus hitzig zugegangen sein. Kühbauer meinte dazu nach der Partie nur: „Ich lasse mich sicher nicht immer als Bad Boy hinstellen.“ Um weiter zu poltern. Er glaube nicht, dass Referee Schörgenhofer den Mut gehabt hätte, bei einer ähnlichen Szene im Salzburg-Strafraum auf Elfer zu entscheiden.
Dass Kühbauer nach den späten Elfertoren von Jonatan Soriano verärgert war, kann man verstehen, dass er sich immer wieder grobe Ausraster verbaler Art leistet, aber nicht. Salzburg-Trainer Adi Hütter wollte über die Vorkommnisse nicht viele Worte verlieren. „Es sind eben viele Emotionen im Spiel“, meinte der Bullen-Trainer, der in Anbetracht des späten Ausgleichs mit dem Remis einigermaßen leben konnte. „Wir haben nicht gut gespielt und Wolfsberg hat gut verteidigt. Aber wir haben nie aufgegeben und den Abstand zum Tabellenzweiten gleich gehalten“, betonte Hütter nach dem Training am Montagvormittag.
Dass seine Truppe als Herbstmeister feststeht und als Tabellenführer in die Winterpause geht, ist für Hütter nur eine Randerscheinung. Bevor am 15. Dezember die Saison 2014 endet, warten auf die Salzburger noch die beiden Wiener Großclubs Austria Wien und zum Abschluss des Jahres Rapid. Das Ziel ist klar: den Vorsprung auf die Verfolger noch einmal ausbauen.
Quelle: S/N
