Freitag, 4. November 2011

Umstrittenes 0:1, aber Moniz war vor allem auf Spanier sauer

Für Red Bull Salzburg wird es im Kampf um den Aufstieg ins Sechzehntelfinale der Fußball Europa League immer enger. Österreichs Vizemeister verlor gestern Abend gegen Athletic Bilbao trotz guter Leistung zu Hause mit 0:1 (0:1) und hat zwei Runden vor Schluss drei Punkte Rückstand auf den zum Weiterkommen nötigen zweiten Platz in Gruppe F, den Paris St. Germain nach einem 1:0-Heimerfolg über Slovan Bratislava inne hat.
   
Zwei Wochen nach dem 2:2-Auswärtsremis im Baskenland war die Elf von Ricardo Moniz über weite Strecken spielbestimmend, hatte im Abschluss aber kein Glück und musste die erste Heimniederlage nach 15 Pflichmatches hinnehmen. Die Gäste durften dank des Goldtors des 22-jährigen Ander Herrera in der 37. Minute jubeln und sind mit zehn Punkten Tabellenführer vor PSG (7). Salzburg (4) empfängt noch die Franzosen am 1. Dezember und gastiert im letzten Spiel bei Slovan (14.12.).
  
Mit den angeschlagenen Hinspiel-Torschützen Leonardo und Wallner nur auf der Bank, dafür Stefan Maierhofer (der beide nie ersetzen konnte) im Sturm erhob Salzburg von Beginn an Anspruch auf die Vorherrschaft im Spiel. Nach genau einer Viertelstunde blieb den nur 10.350 Zuschauern erstmals der Torschrei im Halse stecken: Svento passte auf Maierhofer, der auf Schiemer ablegte – Iraizoz musste sein gesamtes Können aufbieten, um den Schuss aus dem Kreuzeck zu fischen. Die Hausherren fanden in der Folge weiter gute Chancen vor. So klärte etwa Iraola knapp vor Svento und der Torlinie (19.) und Iraizoz bei einem Cziommer-Schuss (27.).

Kein Pfiff bei Foul an Svento
Erst nach etwas mehr als einer halben Stunde kam Bilbao auf und gelangte mit der einzigen gefährlichen Aktion prompt zur Führung: „Basken-Messi“ Munain bediente Herrera, der plötzlich allein vor Gustafsson trocken einschoss (37.). Doch die Einsamkeit des Schützen hatte einen Grund: Sekunden zuvor war am gegenüberliegenden Strafraum Svento klar gefoult worden, die Pfeife des auch sonst schwachen bulgarischen Schiris blieb jedoch stumm, und während die Bullen noch reklamierten, spielten die Spanier einfach weiter – und trafen.

Salzburg blieb auch nach dem Seitenwechsel, angetrieben von den beiden „Sechsern“ Schiemer und Leitgeb, das aktivere Team. Bis zur ersten guten Chance vergingen aber 21 Minuten, dann prüfte Hinteregger mit einem satten Weitschuss Iraizoz. Nur zwei Minuten später hatte San Jose aus kurzer Distanz die Möglichkeit auf die Vorentscheidung, scheiterte aber an Gutsafsson. Die Bullen mühte sich bis zum Schluss, ein Wallner-Schuss (79.) blieb aber die letzte gute Möglichkeit.

Dass man erneut durch eine schwere Schiedsrichter-Fehlentscheidung um den Lohn guter Arbeit gebracht wurde, ärgerte Trainer Ricardo Moniz überraschenderweise weniger als das Verhalten der gegnerischen Betreuerbank. Diese hatte bei Leonardos Einwechslung nämlioch auf dessen lädiertes Knie gedeutet. „Ich bin von diesem Verhalten sehr enttäuscht, das ist nicht zu akzeptieren“, machte der Niederländer klar. „Aber die Chance lebt noch – und wir werden jeden Strohhalm ergreifen...“

Quelle: SVZ / Foto: apa/Krug