Samstag, 29. Oktober 2011

Gludovatz nennt Teamchef Koller "Facebook-Trainer"

Paul Gludovatz scheint trotz seiner aktuellen Erfolge mit der SV Ried nicht wirklich happy zu sein. Der Coach aus dem Burgenland konnte sich im Interview nach dem 2:1-Sieg im Cup-Achtelfinale gegen Rapid einen Seitenhieb auf den neuen Teamchef Marcel Koller nicht verkneifen und meinte über den Schweizer: "Bei uns stehen die Spieler im Mittelpunkt, nicht ein Facebook-Trainer."
     
Der 65-Jährige spielte damit auf die regen Internet Aktivitäten Kollers an. Der Satz fiel im Zusammenhang mit Rieds Sieg bei Rapid, als Gludovatz zu seinem eigenen Anteil am Triumph der Innviertler, die gleichzeitig Pokal-Titelverteidiger sind, befragt wurde. Gludovatz war nach Dietmar Constantinis Rücktritt selbst als Teamchef Nachfolger im Gespräch und sagte unmittelbar nach Kollers Bestellung: "Ich kann zu Koller nichts sagen. Ich weiß nur, dass ich die Punkte im Anforderungsprofil erfüllt hätte, außer, dass ich vielleicht zu wenig verlangt habe."
    
Kritik auch an Andi Heraf
Es ist nicht das erste Mal, dass Gludovatz, der als Coach beachtliche Erfolge vorweisen kann, Kritik an einem ÖFB-Trainer übt. Im Vorfeld der U20-WM im Juli in Kolumbien sagte er über U20-Teamchef Andreas Heraf, dieser müsse mehr Zeit opfern, um die Abstellungsprobleme mit den Vereinen zu lösen. So etwas könne man nicht vom Büro aus machen. "Ich war vor der WM in Kanada immer vor Ort und habe bei jedem Trainer mit Demut regelmäßig um die Spieler gebeten", sagte Gludovatz, der gleichzeitig Herarfs Vorgänger war.
    
Der ÖFB hat danach Heraf in Schutz genommen und die "Ferndiagnose" von Gludovatz als "absolut entbehrlich und kontraproduktiv" bezeichnet. "Andi Heraf ist ein akribischer wie nachhaltiger Arbeiter und ein intelligenter Trainer, der nicht umsonst den Sprung zur U-20-WM mit seinem Team geschafft hat, das er großteils selbst geformt hat", so ÖFB-Präsident Leo Windtner.
    
Quelle: krone.at / Foto: APA/Andreas Pessenlehner)