Samstag, 1. Oktober 2011

„Leo“ zu angeschlagen & Moniz „angebohrt“?

Eigentlich hätte der 3:0-Sieg über Bratislava für Entspannung bei den Salzburger Fußball-Bullen sorgen sollen, doch nun bringen Gerüchte über einen Wechsel von Ricardo Moniz zum HSV vor dem morgigen Bundesliga-Spiel bei Austria Wien neue Unruhe.
 
Im Gegensatz zu seinem Vorgänger Huub Stevens ist Ricardo Moniz üblicherweise ein Freund der klaren Worte, der nicht versucht, Journalisten verbal in die Irre zu leiten. Umso erstaunlicher war es, wie der Bullen-Coach gestern auf einen Bericht im „Hamburger Abendblatt“ reagierte, er zähle zu den absoluten Wunschkandidaten von HSVSportchef Frank Arnesen. „Dazu sage ich nichts. Mein Fokus liegt auf dem Spiel gegen die Austria. Alles andere würde die Konzentration stören“, wiegelte er ab, bevor er sich zum Bekenntnis durchrang: „Es gibt keine Verhandlungen.“ Auf die Frage, wie seine Antwort auf ein etwaiges Angebot des HSV ausfallen würde, meinte er dagegen wieder: „Vielleicht ist es ja schon passiert.“ Dass er morgen und auch noch in drei Wochen auf der Bullen-Bank sitzen werde, bezeichnet er zumindest als „logisch“.
 
Aber zurück zum morgigen Match in Wien: Den in der zweiten Hälfte souverän und spektakulär fixierten 3:0-Sieg über Bratislava in der Europa League, haben die Salzburger erneut mit Verletzungen bezahlt: Neben Franky Schiemer dürfte Moniz auch Leonardo ausfallen, der am Donnerstag mit einem Tor und einem Assist den Unterschied ausgemacht und dem Trainer viel Freude bereitet hat. „Leo wurde in den Niederlanden falsch eingeschätzt – und das von sehr vielen Trainer. Ganz Holland hat einfach gesagt, er kann’s nicht. Bei mir darf er seine individuelle Klasse zeigen“, so Moniz, der als Förderer des Nachwuchses oft fast verzweifelt. „Ich kenne noch viele solche Talente, die genauso kaputt gemacht worden sind. Du musst halt auf den Charakter der Spieler eingehen“, findet Moniz.
 
Dass aus seiner Sicht „90 Prozent der Wunderkinder“ die in sie gesetzten Erwartungen enttäuschen, liegt für ihn aber auch an der Lobhudelei von außen, die den Spieler zu schnell zu zufrieden macht. Deshalb sieht er selbst die Pfiffe gegen Stefan Savic bei seinem Einsatz gegen Sturm als Gewinn, „weil es ihn härter macht“. So könnte ihn Moniz schon morgen in Wien erneut zum Einsatz kommen lassen. „Die Austria liegt uns, weil sie auch Fußball spielt und eine ähnliche Philosophie verfolgt“, freut sich der Trainer aufs Match.
 
Quelle: SVZ / Foto: Red Bull/gepa