Auch das Kompliment von Kasachstan Teamchef Miroslav Beranek,
Österreich habe weit besser gespielt als unter seinem Vorgänger, konnte Willi
Ruttensteiners Laune beim Verlassen der Pressekonferenz nach dem 0:0 nicht
entscheidend verbessern: "Ein Rückschritt!" Und ein Beweis, wie viel Arbeit auf
Marcel Koller, den Nachfolger des österreichischen Interims Teamchefs,
wartet...
Als Ruttensteiner mit finsterer Miene ging, applaudierten kasachische
Journalisten seinem Gegner – ein deutliches Indiz, wer Sieger und Verlierer
dieses Unentschiedens ist. "Wer auszieht, um sechs Punkte zu holen, kann mit
vier nicht zufrieden sein", bilanzierte der Sportdirektor des ÖFB, der nach dem
Spiel in Astana wieder in die zweite Reihe zurückkehrt.
Warum es nicht zu einem zweiten Sieg reichte? "Wir haben spielerisch zu wenig
gebracht, einige hatten nicht ihren besten Tag, die Chancen wurden nicht
genützt. Aber trotzdem stehe ich weiter zum Potenzial dieser Mannschaft." Die ab
sofort Marcel Koller "gehört".
"In 22 Tagen kann er viel sehen"
Am Wochenende ist der 50-jährige Schweizer erstmals in seinem neuen Job als Österreichs Teamchef
unterwegs, will Spiele in Deutschland und Österreich beobachten. Er muss die
Spieler, mit denen er künftig arbeiten wird, näher kennenlernen. In 22 Tagen
muss er den Ukraine-Kader
nominieren. Ruttensteiner: "In 22 Tagen kann er viel sehen." Einige Fragen sind
offen. Was wird er bei seiner Premiere am 15. November im EURO-Stadion von Lemberg verändern?
- Die Vorbereitung: Didi Constantini hatte mit den Ligatrainern vereinbart, dass sie erst am 9. November beginnen wird. Hält sich Koller daran oder holt er die Spieler bereits zwei Tage früher, was theoretisch möglich wäre? Bleibt es beim gebuchten Avita-Hotel in Bad Tatzmannsdorf oder will er an einen anderen Ort?
- Das Betreuerteam: Koller macht es zur Bedingung, sich einen persönlichen Assistenten (den Deutschen Frank Heinemann?) zu holen. Koller nannte Ruttensteiner gegenüber bereits einen Namen, den der nicht verraten will, nicht einmal die Nationalität. Aber was geschieht mit Manfred Zsak und Tormanntrainer Franz Wohlfahrt?
- Der Kader: Wie wird er sich verhalten, wenn Teamkandidaten bei ihren Klubs über einige Zeit nicht erste Wahl sind, speziell Legionäre? Hält er an ihnen trotzdem fest?
Christian Fuchs blieb trotz der Enttäuschung von Astana dabei: "Wir haben in
den letzten zwei Partien ein System entwickelt, das in die richtige Richtung
geht. Bei dem müssen wir bleiben, nur das führt zum Ziel."
Quelle: krone.at
