Diese Woche gab es unter Salzburgs Fußballfans neben den heimischen ÖFB-Cup-Erfolgen nur ein Thema: den Rücktritt von Austria-Coach Didi Emich und das Rätselraten um seinen Nachfolger. Zumindest für die morgige Partie in Saalfelden (16 Uhr) lässt sich die Trainerfrage leicht beantworten: Sportchef Gerhard Stöger wird interimistisch die violetten Geschicke auch von der Bank aus lenken und berichtete nach seinen ersten Tagen in der neuen Rolle von positiven Eindrücken. „Die Mannschaft zieht super mit – aber es wird sicher die eine oder andere Veränderung geben“, kündigte er an.
Beim kommenden Gegner will man genau das nicht so recht glauben. „Es sind die gleichen Spieler und im Prinzip auch die gleichen Betreuer. Ich sehe das sehr gelassen“, meint Trainer Hannes Rottenspacher, der sich daher mehr mit einem anderen Thema beschäftigt: „Ich erwarte sicher 1.200 Zuschauer – wir werden sehen, wo wir die alle unterbringen.“ Die Pinzgauer unter den Besuchern können sich auf einen wieder voll fitten Christian Lederer und einen Gerhard Fabian in Topform freuen, müssen aber weiterhin um Abwehrchef Fürstaller bangen.
Doch nicht nur in der Bürgerau wird der Andrang groß sein, denn die zehnte Westliga-Runde hat morgen zwei weitere Derbys (beide 15.30) zu bieten. Anif könnte gegen Neumarkt die Tabellenführung zurückerobern, falls Wattens tags zuvor in Kufstein strauchelt. Der USK hat alle fünf bisherigen Heimspiele in diesem Spieljahr – großteils in beeindruckende Manier, gewonnen und empfängt mit den Wallersee-Boys einen Lieblingsgegner. In den letzten vier Meisterschaftsduellen blieb der TSV jeweils punkte- und torlos.
„Aber die Neumarkter sind sicher besser, als sie momentan dastehen, und sind mit Onisiwo und Hübl offensiv um einiges stärker geworden“, warnt Hausherren-Coach Thomas Hofer. Ein Kompliment, das sein Kollege Hans Hajek umgehend zurückgibt: „Für mich ist Anif derzeit ganz klar die stärkste Mannschaft in der Liga.“ Deshalb wäre er morgen schon mit einem Punktgewinn, nötigenfalls auch wieder ohne Treffer, zufrieden. Christoph Hübl und Thomas Kocher, die im Vorjahr noch für den Gegner spielten, dürften um einiges mehr wollen.
In Derby Nummer drei empfängt Seekirchen die Red Bull Juniors. Die Stimmung bei den Cup Helden ist nach dem Sensationstriumph über Mattersburg natürlich prächtig, allerdings steckten die 120 Minuten gegen den Bundesligisten den Jungbullen am Tag danach noch in den Knochen. „Wir müssen schauen, dass bis Samstag möglichst viele unserer Angeschlagenen wieder fit werden“, sagte Trainer Gerald Baumgartner, der auch in der Liga auf der Erfolgswelle bleiben will. Aber: „Ich muss die Burschen mit dem Kopf wieder runter bekommen. Es gibt keinen Grund, überheblich zu werden.“ Der SVS hat zuletzt trotz der Ausfälle von Junger, Scharrer und Spatzenegger fleißig gepunktet, „aber dieser Gegner könnte übermächtig werden“, weiß Markus Hoffmann um die wiedergewonnene Stärke des amtierenden Meisters.
Für St. Johann besteht gegen den noch punktelosen Aufsteiger Hall nach drei Niederlagen en suite absolute (Heim-)Siegpflicht. Los geht’s im Pongau morgen um 16 Uhr.
Quelle: SVZ / Foto: Krug
