Mittwoch, 22. September 2010

Coach Daxbacher: "Salzburg ist immer Favorit"

Zehn Tage nach dem 1:0-Auswärtssieg im Wiener Derby gegen Rapid wartet auf die Austria am Mittwoch schon der nächste Bundesliga-Schlager. Der Vizemeister empfängt in der 8. Runde um 20.30 Uhr (im krone.at-Ticker) im Horr-Stadion den in den Seilen hängenden Champion Red Bull Salzburg. "Das wird ein sehr interessantes Spiel, in dem der Druck auf Salzburg um einiges höher ist", erklärte Austria-Trainer Karl Daxbacher, der mit seiner Mannschaft ebenfalls alles andere als überragend in die Saison gestartet ist.

Deshalb ist für Daxbacher vor seinem 80. Bundesliga-Match als Austria Cheftrainer (43 Siege, 17 Niederlagen, 19 Remis) eine Einschätzung besonders schwierig. "Beide Teams brauchen unbedingt Punkte. Man wird sehen, ob das die Teams zu einem attraktiven Spiel beflügelt oder aber eher ängstlich macht." Von einem guten Zeitpunkt, um gegen Salzburg zu spielen, will Daxbacher eher nichts wissen.

"Salzburg ist für österreichische Verhältnisse eine sehr gute Mannschaft, da ist sehr viel Qualität vorhanden. Sie sind nach wie vor der große Favorit auf den Titel und schon alleine aufgrund ihrer Ansprüche immer und in jedem Match Favorit - egal wie es ihnen geht." Eine leise Hoffnung auf "eine gewisse Verunsicherung" des Gegners gestand aber auch Daxbacher ein, "die könnten wir dann ausnützen". Grundsätzlich will sich die Austria aber weniger auf die Probleme des Gegners konzentrieren, sondern aufs Ausschöpfen des eigenen Potenzials.

Personell kann Daxbacher mit Ausnahme der Verletzung von Tormann Heinz Lindner aus dem Vollen schöpfen. Das am 15. September verkündete Karriereende von Milenko Acimovic ist für die Violetten ein schmerzlicher Verlust, "aber Fakt" (Daxbacher). Vor dem Spiel gegen die Salzburger wird sich der 33-jährige slowenische Edeltechniker offiziell von der Mannschaft und den Fans verabschieden und eine letzte Ehrenrunde im Horr-Stadion drehen.

Schwächelndes Rapid reist zu den starken Riedern
"Ried war zuletzt ein guter Boden für uns, aber dort ist es immer schwer", erinnerte Rapid-Coach Peter Pacult, der nach dem im Elfmeterschießen erzitterten Cup-Aufstieg gegen die Austria Amateure (1:1) bereits vier Pflichtspiele vergeblich auf einen vollen Erfolg wartet. Vor allem vor dem Tor war es zuletzt nicht nach Wunsch gelaufen. In Ried könnte auch der neue Stürmerstar Jan Vennegoor of Hesselink Abhilfe schaffen. Der Niederländer kehrt nach einer Schweißdrüsenentzündung in den Kader zurück.

Neben Vennegoor of Hesselink kann Pacult auch wieder auf die zuletzt angeschlagenen Markus Katzer und Yasin Pehlivan zurückgreifen. Dagegen fehlt neben Defensiv-Abräumer Markus Heikkinen (Gehirnhautentzündung) und Christopher Drazan (Meniskus-OP) auch der erkrankte Verteidiger Hannes Eder. Auf eine Aufstellungsvariante legte sich Pacult nach den 120 Minuten am Sonntag im Cup nicht fest. "Wir müssen erst abwarten, wie die Spieler die Belastung verkraftet haben", erklärte der Rapid-Trainer.

Im Sturm stehen Pacult neben Vennegoor of Hesselink und Rene Gartler auch die beiden Ex-Rieder Hamdi Salihi und Atdhe Nuhiu zur Verfügung. "Die wären bei uns gut aufgehoben", scherzte Ried-Trainer Paul Gludovatz über seine ehemaligen Schützlinge. Das Abwandern zu einem Großklub könne er aber gut nachvollziehen. "Ich stehe zu dem, was unser Angebot ist. Wenn man bei uns aufzeigt, geht man in Österreich zu einem großen Klub. Wenn man dort aufzeigt, geht man ins Ausland", erläuterte Gludovatz den üblichen Weg.

Tabellenführer Innsbruck muss nach Kapfenberg
Wacker-Trainer Walter Kogler kann im siebenten Ligaspiel erstmals nicht auf dieselbe Startformation zurückgreifen. Flügelspieler Ernst Öbster fällt mit einer Entzündung im Knie aus. An seiner Stelle könnte Topscorer Marcel Schreter (5 Ligatore), der am Wochenende im Cup in Gaflenz (5:1) geschont worden war, um der Geburt seiner Tochter beizuwohnen, ins linke Mittelfeld zurückgezogen werden. Erste Alternative dazu ist Bülent Bilgen.

Kogler ist weiterhin darum bemüht, dass seine Kicker nach ihrem Sensationslauf zu Saisonstart nicht die Bodenhaftung verlieren. "Wir sind jetzt Tabellenführer, aber davon können wir uns nichts kaufen", betonte der Ex-Verteidiger. Dennoch wolle man sich so lange wie möglich an der Spitze behaupten. "Daher wollen wir auch in Kapfenberg punkten", betonte Kogler, warnte aber gleichzeitig vor den kämpferischen Qualitäten des Gegners.

"Es wird ein sehr hartes Spiel. Wenn Kapfenberg den Kampf sucht, dürfen wir uns nicht darauf einlassen. Wir müssen unseren eigenen Rhythmus spielen", erklärte Kogler - und nahm als Vorbild den 2:0-Sieg Anfang August in Mattersburg. Damals hatten die eingewechselten Stürmer Andreas Bammer und Julius Perstaller erst in der Schlussphase getroffen. Auswärts ist der Aufsteiger nach zwei Spielen in dieser Saison noch ohne Gegentor.

Mattersburg peilt Sieg gegen Wiener Neustadt an
Während Mattersburg am Wochenende im Cup einen erfolgreichen Einsatz in Dornbirn absolvierte, hielt sich Wiener Neustadt mit einem Testspiel gegen die Admira (1:2) im Meisterschaftsrhythmus. Ins Pappelstadion reist der in der Tabelle fünftplatzierte SC mit der Gewissheit, die laut Trainer Peter Schöttel spielerisch bessere Mannschaft zu sein. "In Mattersburg kommt es jedoch immer darauf an, in Zweikämpfen nicht zurückzuziehen", meinte Österreichs Ex Internationaler vor seinem 25. Spiel als Bundesliga-Trainer.

Die Hausherren bauen vor dem Regional-Derby der keine 20 km voneinander getrennt beheimateten Vereine auf den Heimvorteil. Der ließ zuletzt allerdings zu wünschen übrig. Bei bisher drei Saisonauftritten kassierte Mattersburg gleich zwei Niederlagen. Den einzigen Erfolg gab es sensationell gegen den strauchelnden Meister Salzburg. Trotzdem vertraut Lederer, der sein Team nach den zuletzt gezeigten Leistungen gegen Salzburg (1:0) und in Graz (0:2) im Aufwärtstrend sieht, auf die zusätzliche Motivation vor heimischer Kulisse.

Quelle: krone.at