Aller Krisenstimmung zum Trotz reicht den Salzburger Fußball-Bullen heute (18.30 Uhr) ein Heimsieg gegen Rapid, um die Tabellenspitze der Bundesliga zu erklimmen. Dafür müssen die Chancen aber besser verwertet werden als zuletzt in Innsbruck.
Wer glaubt, dass Trainer Ricardo Moniz seinen Bullen vor dem Schlager gegen den aktuellen Spitzenreiter so richtig einheizt, liegt aber falsch. „Ich nehme den ganzen Druck von den Spielern weg. Gedanken muss nur ich mir machen“, versucht der Niederländer seinen labilen Kickern Kopf und Rücken freizuhalten, um endlich Stabilität in sein Team zu bekommen. „Ich habe nichts davon, wenn wir gegen Rapid gewinnen und eine Woche später wieder abwesend sind“, erläutert Moniz: „Wir müssen Kontinuität kreieren.“
Und auch das Publikum will man wieder zurück in die Red Bull Arena locken. Vorerst freilich noch mit Marketing-Aktionen: So ist heute der Eintritt für weibliche Anhänger frei. Zudem präsentiert der brasilianische Latin-Pop-Sänger Michel Telo vor der Partie in einem halbstündigen Auftritt unter anderem seinen Hit „Ai Se Eu Te Pego!“. Um auch fußballerisch Werbung in eigener Sache zu betreiben, müssen die Salzburger aber endlich ihre „Pech Stiefel“ ausziehen, die ihnen zuletzt in Innsbruck den Sieg gekostet haben. „Es war ja unglaublich, was wir da für Chancen vergeben haben. Wir sind einige Male aufgesprungen und wollten schon jubeln“, erinnert sich Moniz an Mittwoch: „Aber wenn wir gegen Rapid die gleiche Leidenschaft und Freiheit zeigen wie in Innsbruck bieten, bin ich sehr optimistisch.“ In der Defensive würde Moniz wieder Martin Hinteregger zur Verfügung stehen, nachdem er bei den Juniors intensiv über seinen nächtlichen Ausflug nach dem Matterburg-Match nachgedacht hat. Im Mittelfeld könnte der so schmerzlich vermisste Christoph Leitgeb sein nächstes Comeback geben, dafür fehlen der verletzte Franz Schiemer und der erkrankte Dusan Svento.
Rapid-Trainer Peter Schöttel hingegen kann praktisch aus dem Vollen schöpfen, lediglich Christopher Trimmel fehlt nach seiner roten Karte gegen Ried. Trotzdem sieht der Wiener sein Team nur als Außenseiter. „Die Salzburger haben am Tivoli einen bärenstarken Eindruck gemacht, ein Sieg blieb ihnen nur aufgrund mangelnder Chancenverwertung verwehrt“, erläutert Schöttel: „Dennoch fahren wir sehr zuversichtlich nach Salzburg.“
Quelle: SVZ / Foto: Red Bull/gepa
