Mit der 1:4-Schlappe in der Ukraine haben die Bullen am Donnerstag von Metalist Charkiw erneut eine Fußball-Lehrstunde erhalten. Nun wollen die Salzburger im morgigen Bundesliga-Match in Ried zeigen, dass sie doch viel mehr draufhaben.
„Es war eine Lektion für uns“, charakterisierte Trainer Ricardo Moniz das Duell mit Charkiw. Und zu lernen gab es dabei wahrlich genug. „Es sind Basissachen, die nicht funktionieren“, gestand der Niederländer, dessen Legionäre im Vergleich mit den Fremdarbeitern der Ukrainer keine gute Figur machten. „Wenn du aus dem Ausland kommst, musst du dafür sorgen, dass du einen Mehrwert hast“, weiß auch Moniz: „Als Verteidiger musst du eine Mannschaft besser machen, das können sie noch nicht. Vorne musst du den Unterschied ausmachen.“ Bislang ist das nur Alan gelungen, der aber noch bis Saisonende fehlen wird. Dagegen lässt der launische Leonardo seine Klasse nur hie und da aufblitzen, Soriano hat noch keine echte Bindung zur Mannschaft gefunden, worüber auch sein Assist für Jantschers Ausgleichstor in Charkiw nicht hinwegtäuschen konnte. Und Gonzalo Zarate scheint sich schon lange innerlich vom Verein verabschiedet zu haben, Moniz schob ihn gestern zu den Juniors ab.
Nicht viel besser fällt die Legionärs-Bilanz in der Salzburger Defensive aus. Trotz seines Eigentors zur 1:0-Führung der Ukrainer war der 19-jährige Martin Hinteregger auch am Donnerstag der stärkste Bulle in der Hintermannschaft – und das, obwohl er mit zwölf Jahre älteren Petri Pasanen und dem acht Jahre älteren Rasmus Lindgren zwei viel routiniertere Abwehrrecken an seiner Seite hatte. Über Douglas da Silva sollte man nach seinem Wahnsinnspatzer im EL-Hinspiel noch nicht den Stab brechen, hatte er der Salzburger Defensive doch vor der Winterpause noch zu mehr Stabilität verholfen.
„Einige Spieler sind nicht ambitioniert genug“, kritisiert nun selbst der sonst so verständnisvolle Moniz: „Wenn es an Ambition fehlt, muss man überlegen, ob man diese Spieler nicht besser aussortiert.“ Ob der Bullen-Coach neben Zarate noch einen Lustlosen aus dem Kader für Ried streicht, ist allerdings angesichts des verletzungsbedingten Fehlens von Christoph Leitgeb und David Mendes fraglich. „Aber wir müssen auch so in der Lage sein, dort zu gewinnen“, will Moniz die Ausfälle nicht als Ausrede gelten lassen.
Quelle: SVZ / Foto: Red Bull/gepa
