Er läuft Runden um den Trainingsplatz, macht Gymnastik und Dehnungsübungen, er sprintet, jongliert mit dem Ball, schlägt Flanken und geht mit Eifer in Zweikämpfe und schreckt vor Kraftausdrücken nicht zurück: Er ist aber kein Verteidiger oder Mittelfeldspieler oder gar Stürmer. Wer bei Fußballvizemeister Red Bull Salzburg so zur Sache geht, kann nur Ricardo Moniz heißen.
Der 47-jährige Niederländer lebt seinen Profis in schweißtreibenden Übungen im Trainingslager Belek (Türkei) vor, was er unter Fußball versteht. Mit derselben Leidenschaft und Hingabe dürfte er auch persönlich den Barcelona Stürmer Jonathan Soriano zum Wechsel nach Salzburg überredet haben – nachdem Moniz 2011 den Torschützenkönig der Segunda Division noch abgelehnt hatte.
Am Freitag nach dem geglückten Transfer zeigte sich Moniz zufrieden: „Soriano wird am Montag nach Belek reisen. Wir werden hier verschiedene Spielsysteme testen. Wir werden mit einem, dann zwei, aber auch einmal mit drei Stürmern spielen.“
Eine Gelegenheit dazu bietet sich für Salzburg am Sonntag (noch ohne Soriano): Red Bull trifft um 15 Uhr MEZ in Antalya auf den deutschen Zweitligisten Duisburg. Salzburgs Stürmerriese Stefan Maierhofer spielte im Vorjahr noch für Duisburg, die „Zebras“ kamen auch dank seiner Tore bis in das Finale des DFB-Pokals. Maierhofer: „Ich habe dort ein sehr gutes Jahr erlebt. Ich freue mich schon auf diesen Test, weil ich einige Freunde wiedersehen werde. Mit Trainer Oliver Reck habe ich nach wie vor Kontakt.“
Für Duisburg läuft es in der aktuellen Saison weniger gut: In der Liga nimmt das Team nur Rang zwölf ein, im Pokal scheiterte Duisburg in der zweiten Hauptrunde am Viertligisten Holstein Kiel.
Besser in Fahrt ist Salzburgs nächster deutscher Testspielgegner am Mittwoch, Greuther Fürth. Die Franken stehen im Pokal-Viertelfinale und auf einem Aufstiegsplatz in die erste Bundesliga.
Moniz fordert von seinen Spielern volle Konzentration auch in den Tests (der erste gegen Regensburg ging mit 1:2 daneben): „Jeder Tag ist wie ein Finale. Wir sind in drei Bewerben (Bundesliga, ÖFB-Cup, Europa League, Anm.) vertreten, könnten also drei Titel gewinnen. Dafür müssen wir in Form sein.“
Sprach’s und übte Flankenbälle mit seiner Zukunftshoffnung Stefan Savic.
Quelle: SN / Foto: Red Bull/gepa
