Red Bull Salzburg hat in der Europa
League ein kräftiges Lebenszeichen von sich gegeben und am Donnerstagabend bei
Athletic Bilbao in einem mitreißenden Spiel ein 2:2 geholt. Das neue Powerduo
Wallner und Leonardo hatte für die 2:0 Pausenführung gesorgt, zwei Elfmeter retteten den Basken danach aber
einen Punkt. Bullen-Coach
Ricardo Moniz meinte nach dem Spiel enttäuscht: "Das ist extra bitter. Uns
wurden Punkte geklaut, ich fühle mich bestohlen."
Der Unparteiische, der Kroate Ivan Bebek, wurde von Moniz also verbal
abgewatscht. Als "katastrophal" bezeichnete der Niederländer die Leistung des
Schiris, der erst bei Ibrahim Sekagya ein Foul an Herrera gesehen haben wollte
und bei Rasmus Lindgren schließlich ein Handspiel pfiff, ohne den
vorangegangenen (leichten) Schubser zu berücksichtigen. "Ich meckere
normalerweise nicht, aber hier, das ist eine der größten Enttäuschungen, die ich
je erlebt habe."
Aus dem Spiel heraus hatte die so spielstarke Mannschaft aus Bilbao kaum eine
Chance und konnte die drohende Heimniederlage gegen die ungemein kompakten
Salzburger nur mit Glück abwenden. Und alle rätselten, was den Schweden Rasmus
Lindgren nur 17 Minuten nach seiner Einwechslung bewogen hatte, den Ball mit
beiden Händen wegzuschlagen, anstatt ihn einfach aus der Gefahrenzone zu
köpfeln.
Kein Vorwurf an Lindgren
Einen Vorwurf machte ihm aber trotzdem keiner: "Es ist schon so, dass man mit
einem 2:2 in Bilbao zufrieden sein kann", sagte Torschütze Roman Wallner: "Aber
wenn du Spiel und Gegner kontrollierst und durch so eine Elfmeterentscheidung
wie bei dem angeblichen Foul von Sekagya aus der Bahn geworfen wirst, ist das
schon mehr als bitter."
Moniz sah den kroatischen Schiedsrichter Bebek als den Mann, der mit seinem
ersten Elferpfiff dem Spiel die entscheidende Wende gab. "Dieses Spiel meiner
Mannschaft hätte sich drei Punkte verdient gehabt", meinte der Trainer: "Wir
haben sehr, sehr gut gespielt, nach vorne und hinten perfekt gearbeitet und als
Team wirklich gut funktioniert. Das war ein kräftiges Lebenszeichen in Europa,
das wir da abgegeben haben", sagte er stolz.
Wallner und Leonardo trumpfen auf
Auch Wallner trauerte dem verpassten Sieg nach: "Schade drum, denn das
Zusammenspiel mit Leonardo war eine Halbzeit lang top. Ich bin als Stürmer da,
um Tore zu machen. Und so kann ich das Vertrauen des Trainers zurückzahlen." Die
beiden Stürmer waren sicher die großen Gewinner des Spiels. In dieser Form
scheinen sie für die Zukunft gesetzt zu sein. Denn beide Treffer waren
Extraklasse. Beim ersten Tor zeigte Wallner nach Leonardo-Assist seine ganze
Kaltschnäuzigkeit. Und wie das neue Traumduo beim zweiten Treffer per Doppelpass
die Abwehr der Basken aushebelte, war eine Szene wie aus einem Fußball-Lehrbuch.
Quelle: krone.at / Foto: APA/Herbert Neubauer
