Freitag, 21. Oktober 2011

Salzburger fühlen sich vom Schiri um den Sieg betrogen

Red Bull Salzburg hat in der Europa League ein kräftiges Lebenszeichen von sich gegeben und am Donnerstagabend bei Athletic Bilbao in einem mitreißenden Spiel ein 2:2 geholt. Das neue Powerduo Wallner und Leonardo hatte für die 2:0 Pausenführung gesorgt, zwei Elfmeter retteten den Basken danach aber einen Punkt. Bullen-Coach Ricardo Moniz meinte nach dem Spiel enttäuscht: "Das ist extra bitter. Uns wurden Punkte geklaut, ich fühle mich bestohlen."
 
Der Unparteiische, der Kroate Ivan Bebek, wurde von Moniz also verbal abgewatscht. Als "katastrophal" bezeichnete der Niederländer die Leistung des Schiris, der erst bei Ibrahim Sekagya ein Foul an Herrera gesehen haben wollte und bei Rasmus Lindgren schließlich ein Handspiel pfiff, ohne den vorangegangenen (leichten) Schubser zu berücksichtigen. "Ich meckere normalerweise nicht, aber hier, das ist eine der größten Enttäuschungen, die ich je erlebt habe."
  
Aus dem Spiel heraus hatte die so spielstarke Mannschaft aus Bilbao kaum eine Chance und konnte die drohende Heimniederlage gegen die ungemein kompakten Salzburger nur mit Glück abwenden. Und alle rätselten, was den Schweden Rasmus Lindgren nur 17 Minuten nach seiner Einwechslung bewogen hatte, den Ball mit beiden Händen wegzuschlagen, anstatt ihn einfach aus der Gefahrenzone zu köpfeln.

Kein Vorwurf an Lindgren
Einen Vorwurf machte ihm aber trotzdem keiner: "Es ist schon so, dass man mit einem 2:2 in Bilbao zufrieden sein kann", sagte Torschütze Roman Wallner: "Aber wenn du Spiel und Gegner kontrollierst und durch so eine Elfmeterentscheidung wie bei dem angeblichen Foul von Sekagya aus der Bahn geworfen wirst, ist das schon mehr als bitter."
  
Moniz sah den kroatischen Schiedsrichter Bebek als den Mann, der mit seinem ersten Elferpfiff dem Spiel die entscheidende Wende gab. "Dieses Spiel meiner Mannschaft hätte sich drei Punkte verdient gehabt", meinte der Trainer: "Wir haben sehr, sehr gut gespielt, nach vorne und hinten perfekt gearbeitet und als Team wirklich gut funktioniert. Das war ein kräftiges Lebenszeichen in Europa, das wir da abgegeben haben", sagte er stolz.
   
Wallner und Leonardo trumpfen auf
Auch Wallner trauerte dem verpassten Sieg nach: "Schade drum, denn das Zusammenspiel mit Leonardo war eine Halbzeit lang top. Ich bin als Stürmer da, um Tore zu machen. Und so kann ich das Vertrauen des Trainers zurückzahlen." Die beiden Stürmer waren sicher die großen Gewinner des Spiels. In dieser Form scheinen sie für die Zukunft gesetzt zu sein. Denn beide Treffer waren Extraklasse. Beim ersten Tor zeigte Wallner nach Leonardo-Assist seine ganze Kaltschnäuzigkeit. Und wie das neue Traumduo beim zweiten Treffer per Doppelpass die Abwehr der Basken aushebelte, war eine Szene wie aus einem Fußball-Lehrbuch.

Quelle: krone.at / Foto: APA/Herbert Neubauer