Westliga. Als sich Austria und Anif zuletzt begegneten, waren die Rollen anders verteilt. Heute ist Anif der Himmelsstürmer, die Austria Mittelmaß.
Am 23. Juli 2011 lagen einander die Spieler von Austria Salzburg glücklich in den Armen. Mit einem 2:0-Heimsieg gegen Anif hatten sie in der ersten ÖFB Cuprunde den vielversprechenden Beginn einer vermeintlich erfolgreichen Saison gefeiert.
Exakt 70 Tage später treffen die beiden Teams heute, Samstag (15.30, Maxglan), in der Westliga erneut aufeinander – und alles ist anders. Westliga Titelfavorit Austria ist im Niemandsland der Tabelle angekommen, Trainer Didi Emich hat das Handtuch geworfen, Torhüter Martin Eisl, im Cupmatch noch gefeierter Elferkiller, ist nur noch Nummer drei, die Mannschaft präsentiert sich ängstlich und verunsichert.
Auf der anderen Seite hat Anif-Trainer Thomas Hofer aus einer Truppe mit vielen Neuzugängen eine Mannschaft geformt, die ganz vorn in der Liga mitmischt. Kein Wunder, dass der Coach sich an den 23. Juli gar nicht mehr erinnern mag: „Damals waren wir erst kurz zusammen und daher noch kaum aufeinander abgestimmt“, sagt Hofer.
In demselben Maß, wie das Selbstvertrauen der Anifer seither stieg, ist es bei den Austrianern gesunken. Der Tiefpunkt nach den drei Niederlagen dürfte am Montag erreicht worden sein: „Ich hatte noch 13 fitte Spieler im Training“, sagt Interimscoach Gerhard Stöger. Die meisten Blessuren sind inzwischen geheilt, den geänderten Vorzeichen zum Trotz gilt für Stöger: „Wir wollen drei Punkte.“
Dass sein heutiger Gegenüber für viele Violette ein Wunschkandidat als neuer Trainer wäre, wundert Stöger nicht: „Es gibt nur wenige, die einen so guten Job machen wie Thomas Hofer.“ Die Fairness gebiete aber, nicht bei einem Ligakonkurrenten zu „wildern“. Außerdem gibt es auch so schon genug Kandidaten: Gleich 29 Fußballlehrer nimmt Stöger für die Emich Nachfolge unter die Lupe.
Quelle: Salzburger Nachrichten
