Im Pariser Prinzenpark ist die couragierte Spielanlage der Salzburger Fußball-Bullen nach hinten losgegangen, im morgigen Bundesliga-Heimspiel gegen Wiener Neustadt soll sie nach drei Remis im eigenen Stadion jedoch zu einem klaren Sieg führen.
Dafür müssen aber schwere individuelle Schnitzer wie zuletzt im Europacup vermieden werden, auch wenn Wiener Neustadt diese wohl nicht so eiskalt auszunützen vermag wie Paris Saint Germain. Neben „Übermut“ zählte Bullen-Coach Ricardo Moniz gestern den Mangel an „Konzentration, Routine und Disziplin“ als Kardinalfehler bei der 1:3-Niederlage vom Donnerstag auf, während Christoph Leitgeb schlicht zusammenfasste: „Wir sind ihnen voll ins offene Messer gelaufen.“
Auch wenn Patzer der ÖFB Nationalspieler Stefan Maierhofer, Franky Schiemer und Jakob Jantscher leicht als „Auslöser“ der Gegentreffer zu identifizieren waren, kritisierte Moniz lieber, „dass wir nach dem Elfmeter total weggefallen sind. Da muss man wieder aufstehen.“ Für das morgige Bundesligaspiel nimmt er deshalb nur „die positiven Dinge aus der ersten halben Stunde“ mit.
Dass seine Bullen in 13 Ligaspielen ungeschlagen sind, beruhigt den Niederländer jedenfalls nicht. „Zu Hause haben wir nicht die beste Reputation“, weiß Ricardo Moniz, den deshalb die mehr als 10.000 bereits verkauften Karten auch angenehm überraschten. Dass die Fans die Bullen-Arena nicht wieder enttäuscht verlassen, will Christoph Leitgeb sicherstellen, habe man doch „zu Hause einiges gutzumachen. Vor allem müssen wir wieder mehr Tore schießen, aber ich bin zuversichtlich, dass wir die drei Punkte holen“, so der 26-Jährige.
Gäste-Trainer Peter Stöger hofft nach einem 0:5 in Graz und einem 1:1 gegen die Wiener Austria, gegen den dritten Europa-League-Starter auf einen Sieg. „Aber es wird schwer, Salzburgs Offensivspieler zu kontrollieren. Das wird mindestens so notwendig sein wie gegen die Austria. Aber verwundbar sind sie auch“, meint der Neustadt-Coach. Durch das Remis gegen die Veilchen habe man jedenfalls gesehen, „dass wir auch gegen solche Mannschaften Punkte machen könnten“. Das hat anscheinend auch Michael Madl, zuletzt Torschütze gegen die Wiener, verinnerlicht, tönt der Verteidiger doch: „Ich glaube, dass in der Bundesliga jeder jeden schlagen kann.“
Quelle: SVZ / Foto: Red Bull/gepa
