Doppeltes Pech hatte Christoph Leitgeb bei der 1:2 Pleite seiner Fußball-Bullen beim FC Admira. Der Salzburger zog sich bei einem nicht geahndeten Elfer Foul an ihm einen Seitenbandeinriss im Sprunggelenk zu und fällt für mindestens vier Wochen aus.
Mehr als die Szene, als Admiras Stefan Schwab Leitgeb im Strafraum von hinten in die Beine trat und der unmittelbar daneben stehende Schiedsrichter Thomas Einwaller kein Foul erkennen wollte, ärgerte Salzburg-Trainer Ricardo Moniz jedoch die Leistung seiner Mannschaft. „Ich bin sprachlos, was unsere Einstellung betrifft. Wir sind nur gut, wenn wir hundert Prozent Einstellung zeigen. Wenn wir nur 99 Prozent bringen, dann sind wir Durchschnitt. Wir haben aber nur 40 Prozent gegeben“, schimpfte der Niederländer: „Aber als Trainer bin ich auch dafür verantwortlich.“
Die mangelnde Arbeitsauffassung seiner Akteure will Moniz noch vor dem Europa League Heimspiel am Donnerstag gegen Slovan Bratislava schonungslos ansprechen und kündigt an: „Da wird es sicher einige Veränderungen geben, ich erwarte mir eine Reaktion.“ Eine Leistung wie gegen die Admira soll nicht noch einmal vorkommen. „Alle sagen, dass wir so viel Qualität haben. Ich sehe das nicht so. Es fängt schon damit an, dass zwei erfahrene Spieler wie Schiemer und Pasanen so einen Abwehrfehler machen. Das darf auf diesem Niveau nicht passieren“, erinnert er an das erste Tor durch Hosiner und stellt klar: „Aber solche Fehler sind menschlich, mangelnde Einstellung ist jedoch unverzeihlich.“
Überglücklich zeigte sich dagegen Admira-Coach Didi Kühbauer, dem der verpasste Sprung an die Tabellenspitze „komplett egal“ war, „weil wir die neunte, nicht die letzte Runde gespielt haben. Wichtig war, dass wir diese Partie gewonnen haben.“ Euphorisch vor Glück war auch Matchwinner Philipp Hosiner, der schon der Austria mit einem Tripelpack das Fürchten lehrte und nun dank seiner Saisontreffer fünf und sechs die Torschützenliste gemeinsam mit Roland Linz anführt. „Aber nicht nur ich, die ganze Mannschaft hat einen Superlauf. Man hat wieder gesehen, dass wir eine großartige Moral in der Truppe haben. Spätestens nach diesem Spiel wird uns in der Liga jeder ernst nehmen“, prophezeit der Stürmer, während sein Trainer schon vor dem nächsten Rückschlag warnt: „Lassen wir die Kirche im Dorf, es werden auch wieder andere Zeiten kommen.“
Quelle: SVZ / Foto: Red Bull/gepa
