Eine Niederlage wäre zwar nicht schön, aber noch verschmerzbar gewesen – nach zwei 0:4-Pleiten in Folge hängt der violette Haussegen aber endgültig schief. Die „Festung Maxglan“ ist am Samstag nicht nur gefallen, sondern förmlich eingestürzt – die Fans reagierten nach der Schlappe gegen die Altach Amateure erbost, einige forderten lautstark den Rauswurf des Trainers.
Der „angesprochene“ Didi Emich reagierte gelassen. „Sollen sie halt schreien, das haben sie schon an meinem ersten Tag hier gemacht, weil sie mich damals für einen ‘Roten Bullen’ gehalten haben. Damit kann ich gut leben.“ Weniger gut leben konnte er mit der Darbietung seiner Truppe, daher setzte er bereits für gestern Vormittag ein Sondertraining, verbunden mit Einzelgesprächen, an. Und zu besprechen gibt es viel, denn vorne wurden auch gegen Altach beste Chancen stümperhaft vergeben (Vujic und Reifeltshammer scheiterten allein vor dem gegnerischen Goalie), hinten ist man extrem anfällig.
Der Traum vom Aufstieg ist für den Titelaspiranten damit schon nach neun Runden in weite Ferne gerückt. „Erwartungshaltungen sind lieb und nett“, musste Emich erkennen, „haben aber oft nichts mit der Realität zu tun. Anif und Wattens haben seit Jahren die besten Voraussetzungen, spielen aber noch immer in der Regionalliga. Und wir haben nicht einmal das Potenzial, das Fehlen von zwei, drei Stammspielern zu verkraften...“
Juniors siegten in letzter Minute
Frust herrschte vorgestern aber nicht nur beim Austria-Feldherren, sondern auch bei dessen St. Johanner Kollegen Toni Schaupper. Die Pongauer boten im Derby bei den Juniors nach frühem 0:2-Rückstand (Doppelschlag von Adjei) eine starke Leistung: Kronreif nützte noch vor der Pause einen Patzer von Sari zum Anschlusstreffer, Barnjak besorgte in der 89. Minute per Kopf sogar noch den Ausgleich. Doch „Maßflanken-Geber“ Hansi Eder wurde vom Helden noch zum Sargnagel, als er Savic im Strafraum zu Fall brachte und Offenbacher beim fälligen Elfer die Nerven behielt. „Das Glück hat sich scheinbar von uns abgewandt“, meinte der deprimierte TSV Trainer, während Jungbullen-Meistermacher Gerald Baumgartner die Vorstellung seiner Mannschaft realistisch einschätzte. „Wir haben gut begonnen, mit dem Fehler zum 1:2 aber einen Toten zum Leben erweckt. Und die zweite Halbzeit war sicher nicht das, was wir uns vorstellen...“
Im zweiten Derby des Wochenendes feierte Saalfelden einen etwas glücklichen 2:1-Erfolg in Neumarkt. Denn die Hausherren waren eigentlich das tonangebende Team, „aber wir scheiteren derzeit an unserer Abschlussschwäche“, sagte Trainer Hans Hajek. Vor allem der fleißige Christoph Hübl verabsäumt es immer wieder, sich selbst für seine starken Leistungen zu belohnen. Ganz anders Saalfeldens Gerhard Fabian, der mit einem Doppelpack den ersten Derbysieg der Pinzgauer in der Westliga sicherstellte.
Zufrieden sein konnte Seekirchen mit dem 1:1-Remis in Hard. „Dabei wäre in der zweiten Hälfte sogar“ noch mehr drinnen gewesen, betonte Trainer Markus Hoffmann mit Hinweis auf Stangenschüsse von Rzepecki und Mayr, der vor der Pause nach Flanke von Stauber zum Ausgleich getroffen hatte.
Quelle: SVZ / Foto: Krug
