Übernahme. Nur ein Gerücht oder ein raffinierter Geheimplan? Aus dem USK Anif soll Carpe Diem werden, der neu gegründete FC Anif strebt eine Spielgemeinschaft mit den Red Bull Juniors an.Die Verantwortlichen hüllen sich in eisernes Schweigen. Doch die Hinweise verdichten sich, dass der USK Anif immer mehr in die Fänge von Red Bull Salzburg gerät. Die im Vorjahr als sportliche Kooperation begonnene Partnerschaft könnte nun in einer Vereinsübernahme gipfeln. Laut Gerüchten soll Red Bull den USK Anif unter einem neuen Vereinsnamen (Carpe Diem Niederalm?) und Trainer Gerald Baumgartner in die Erste Liga führen.
Die Red Bull Juniors hingegen, die aufgrund der geltenden Bundesliga Statuten ja nicht zum Aufstieg in den Profifußball berechtigt sind, sollen im Gegenzug mit dem neu gegründeten FC Anif eine Spielgemeinschaft gründen und weiterhin auf der Anifer Sportanlage in der Westliga kicken. Der FC Anif wurde dazu vor wenigen Tagen beim Fußballverband angemeldet.
Der Teammanager von Red Bull, Christoph Freund, wollte sich auf SN Anfrage dazu nicht äußern: „Das alles ist noch nicht beschlossene Sache. Bis nächste Woche sollen Details geklärt werden, wie die Kooperation weiterlaufen wird.“ Nachhaltiges war auch nicht vonseiten der Anifer zu hören – aus gutem Grund. „Ich habe einen rechtsgültigen Kooperationsvertrag unterschrieben. Der beinhaltet, dass ich Schweigepflicht habe. Und daran halte ich mich“, sagte Anif-Obmann Heinz Seelenbacher.
Red Bull will entscheiden
Hintergrund für die drohende Machtübernahme von Red Bull ist das Scheitern der Anifer im Kampf um einen Aufstiegsplatz. Die Relegationsspiele bestreitet bekanntlich Ligakonkurrent Wattens. Um die Idee eines ganzheitlichen Ausbildungskonzepts so rasch wie möglich zu verwirklichen und die größten Red-Bull-Talente in einer Profiliga Spielpraxis sammeln zu lassen, will der dreifache österreichische Fußballmeister nun selbst das Kommando übernehmen. Immerhin hatte man in der Vergangenheit ja auch versucht, die Lizenz des FC Lustenau zu erwerben und mit Erste-Liga-Aufsteiger Grödig zu kooperieren.
Sollten sich die Gerüchte bestätigen, wäre es in jedem Fall ein durchaus raffinierter Plan. Juristisch ist die Umbenennung des USK Anif sowie der Zusammenschluss der Red Bull Juniors und des FC Anif keine einfache Aufgabe. Die Bundesliga schreibt nämlich vor, dass jedes Erstligateam eine Amateurmannschaft stellen muss. Im Fall von Red Bull Salzburg wäre das dann die Spielgemeinschaft FC Anif/Juniors. Welche Spieler wo engagiert sein werden, ist momentan nur Spekulation. Die Anifer Andreas Schrott und Manfred Pamminger dürfen sich aber gute Chancen ausrechnen, dass sie kommende Saison im „unechten“ Red-Bull-Team von Trainer Gerald Baumgartner unterkommen. Auch Marco Meilinger und Daniel Offenbacher werden wohl an der „Mission Meistertitel“ mithelfen.
Quelle: Salzburger Nachrichten / Foto: S/N