Als Tabellensiebenter geht der SV Grödig in die morgen, Freitag, beginnende Frühjahrssaison der Ersten Fußball Liga. In der Wintertransferzeit wurde personell noch einmal kräftig aufgerüstet, dazu die Untersbergarena um eine schmucke Tribüne erweitert. Es herrscht Aufbruchsstimmung in Grödig. Trainer Heimo Pfeifenberger sprach vor der Eröffnungspartie in Wolfsberg im SN Interview über Druck, die Zukunft des Klubs und wem er im Titelkampf die Daumen drückt.SN: In den Testspielen gab es einen Sieg gegen Ried, aber auch Pleiten gegen Klubs aus der Regionalliga. Wie beurteilen Sie die Vorbereitung?
Pfeifenberger: Wir haben zu wenig Tore geschossen. Daran müssen wir noch arbeiten. Auch spielerisch werden wir uns noch steigern müssen. Wir wissen, dass wir in der Liga nur bestehen können, wenn wir den Kampf annehmen. Positiv stimmt mich, dass wir uns kompakter als im Herbst präsentiert haben. Das ist eine Basis, auf der man aufbauen kann.
SN: Mit Torhüter Schranz, Viana, Sobkova und Krammer wurden bundesligaerfahrene Spieler geholt. Der Klassenerhalt ist jetzt Pflicht. Wie groß ist der Druck, der nun auch auf Ihnen lastet?
Pfeifenberger: Ich stehe nicht mehr und nicht weniger unter Druck als die Spieler. Unsere Neuzugänge wollen sich ja noch einmal beweisen, sich in den Vordergrund spielen. Daher müssen alle an ihre Grenzen gehen. Ich verlange von den erfahrenen Spielern wie Hattenberger, Drechsel oder Viana, dass sie dem Spiel ihren Stempel aufdrücken. Nur: Einen Stammplatz hat keiner.
SN: Sie haben vier Stürmer im Kader. Wird man 2011 auch stürmische Grödiger sehen?
Pfeifenberger: Diego Viana hat nach seiner Verletzung noch Trainingsrückstand, aber er ist bereit für einen Einsatz. Ich plane schon mit zwei Angreifern. Ouedraogo ist vorerst gesetzt, dazu kommt entweder Jukic, Viana oder Jonathan. Wenn ich schon vier starke Stürmer im Kader habe, sollen auch permanent zwei von Beginn an spielen.
SN: Wie sehen Sie die sportliche Zukunft in Grödig?
Pfeifenberger: In dieser Saison wollen wir einmal mit dem Abstiegskampf nichts zu tun haben. Man muss bei den Spielern und beim Verein eine Entwicklung nach oben sehen. Jetzt haben wir ein personelles Gerippe gefunden, auf dem in Zukunft aufgebaut werden kann. Mittelfristig wollen wir uns in der Ersten Liga etablieren. Präsident Toni Haas und Manager Christian Haas haben Visionen, das spornt alle im Klub an. Es kann ja nicht das Ziel sein, nur immer gegen den Abstieg zu spielen. Vielleicht gelingt es uns, zeigen wir attraktiven Fußball, regelmäßig an die 1500 Fans in die neue Untersbergarena zu locken.
SN: Hört sich gut an, aber dafür müssen auch die Leistungen stimmen. Welcher Platz ist für Grödig in dieser Saison noch möglich?
Pfeifenberger: Trainiert haben wir hart, wir sind für die Frühjahrsmeisterschaft körperlich sicher sehr gut gerüstet. Die Neuzugänge sollten unsere Spielstärke steigern, aber ich möchte deutlich festhalten, dass Namen allein keinen Erfolg garantieren. Jeder, ob jung oder erfahren, muss mich im Training und im Spiel überzeugen. Extrawürste gibt es für keinen. Es zählt nur die Leistung. Klar kann es sein, dass wir um den Klassenerhalt zittern müssen, denn die Liga ist ausgeglichen. Aber es ist auch Platz fünf möglich. Wichtig wird sein, dass wir weniger Gegentreffer als im Herbst bekommen. Und die vielen gravierenden individuellen Fehler abstellen.
SN: Wann sprechen Sie von einer erfolgreich verlaufenen Saison?
Pfeifenberger: Ich muss erkennen, dass sich etwas entwickelt, dass kein Stillstand eintritt. Und natürlich muss der Klassenerhalt gelingen. Nur dann ist der nächste Schritt möglich.
SN: Sie haben zu Admira-Trainer Kühbauer und Altach-Coach Adi Hütter ein freundschaftliches Verhältnis. Wem drücken Sie im Titelkampf die Daumen?
Pfeifenberger (lacht): Ich muss aufpassen, was ich sage. Es wird auf jeden Fall eng. Altach geht schon hohes Tempo. Ich vergönne jedem den Titel.
Quelle: Salzburger Nachrichten / Foto: weltfussball.at